Amnesty Passau trauert um Anni Loderbauer

Anni Loderbauer

Nachruf

Im Januar haben wir noch Annis 90. Geburtstag gefeiert, nun ist sie am 24.04.20, begleitet von Freundinnen und Freunden, in der Nacht für immer eingeschlafen.

Es ist unfassbar für uns, dass diese beharrliche, unerschrockene und streitbare Kämpferin für die Menschenrechte nie wieder bei einer AI-Konferenz ihre Stimme erheben wird. Wer sie kannte, weiß, wen wir verloren haben, nicht nur Herz und Seele unseres Bezirks, sondern auch eine allseits respektierte Instanz, man könnte sagen, so etwas wie ein Gewissen von AI mit einem phänomenalen Gedächtnis.

Aufmerksam wurde sie auf AI durch den Arzt und Psychoanalytiker Erich Fromm und gründete 1971 die Gruppe Passau. Bei einem Infostand in der Fußgängerzone schenkte ihr der Geiger Yehudi Menuhin ein Foto mit der Unterschrift „Amnesty ist eine der Hoffnungen der Menschheit.“Anni kannte kein Jammern und Klagen, wurde aber in letzter Zeit wiederholt von schweren Albträumen heimgesucht, hervorgerufen durch das Elend der Geflüchteten, das sie ständig an ihre eigenen furchtbaren Fluchterlebnisse erinnerte.

Ein deutsches Print-Magazin wäre vor einigen Jahren an dieser Geschichte interessiert gewesen. Aber Anni zeigte sich unbeeindruckt von der gebotenen Geldsumme, sie war unbestechlich und integer.Anni bleibt für uns alle ein Vorbild. Sie wird Spuren hinterlassen und viele von uns werden sie nicht nur sehr vermissen, sondern sich auch gerne an sie erinnern.

Sie lebte getreu ihrem Wahlspruch: „Ich will mich keiner Ungerechtigkeit beugen, immer bei der Wahrheit bleiben, keine Gewalt anwenden, frei sein von Furcht und guten Willens sein gegenüber jedermann.“ (M. Gandhi)

Hildegard Hofmann für die Gruppen- und Bezirksreferentinnen im Bezirk 3830

17. Mai 2020